Bolivien gehört neben Paraguay zu den beiden einzigen Ländern Südamerikas, die keine eigenen Küstenzugang
haben.
Benannt nach dem Unabhängigkeitskämpfer Simón Bolívar, der Bolivien 1825
zusammen mit seinem General Antonio Sucre von der Herrschaft der Spanier befreite.
Zu der damaligen Zeit allerdings besaß Bolivien noch einen Zugang
zum Pazifik, den sie dann in der Folgezeit endgültig an Chile verloren. Übrigens hat das Land bis heute noch immer eine Marine, getragen von
der Hoffnung, eines Tages wieder freien Zugang zum Meer zu erlangen.
Politisch betrachtet fanden in Bolivien fortwährende Umwälzungen statt,
die sich in Militärputschen wie in sozialen Unruhen und Volksaufständen
ausdrückten. Seit Ende 2005 wird das Andenland von Evo Morales, dem ersten
gewählten indigenen Präsidenten regiert.
Bolivien grenzt im Nordwesten an
Peru, im Norden und Osten an Brasilien, im Südosten an Paraguay, im Süden an Argentinien und im Südwesten an Chile.
Die Hauptstadt ist Sucre mit knapp 250.000 Einwohnern, die größte Stadt heisst La Paz, sie liegt in
einem Bergtal in den Anden und hat rund 1,8 Millionen Einwohner. Bolivien wird im Südwesten von zwei
Hochgebirgsketten der Anden durchzogen, dazwischen liegt das Altiplano genannte
Hochland, in dem die meisten Bolivianer wohnen. Im Norden des Landes liegt das
dünnbesiedelte Amazonasbecken, ein Regenwaldgebiet. Der größte Teil des Landes nennt
man die Llanos, dabei handelt es sich um ein tropisches Tiefland, in dem es sehr
heiße und trockene Savannen gibt.
Die Landessprachen sind Spanisch,
Quechua und Aymara, die Bevölkerung besteht zu 65% aus Indigenen und zu 35% aus
Mestizen und Weißen. Der größte Teil der Bevölkerung ist katholisch. In
Bolivien gibt es keinen Massentourismus. Im Norden des Landes im Amazonasbecken
liegt der Nationalpark Noel Kempff Mercado, der seit 2000 von der UNESCO zum
Weltnaturerbe ernannt wurde. 1,5 Millionen Hektar Park mit einer reichhaltigen und
artenreichen Vegetation, in der vom tropischen Regenwald über Trockenwald bis hin zu den Savannen alles enthalten ist.
In
Sucre kann man viele koloniale Bauten aus längst vergangenen Zeiten betrachten,
während La Paz als Stadt in 3.600 Höhe mit einem angenehmen Klima zu glänzen weiss.
Bekannt ist auch der Titicatasee, der zum Teil zu Peru gehört und gleichzeitig der größte Süsswassersee Südamerikas ist. Sehenswert
ist sicherlich auch der Salar de Uyuni, einer der größten Salzseen der Erde.
Wer mehr über die Geschichte der Menschheit erfahren möchte, besucht
Tiwanaku, ca. 70 km von La Paz entfernt. Dort gibt es große Tempel zu sehen, die aus
der Zeit 700 v.Chr. stammen, als dieser Ort noch Hauptstadt der damaligen Kultur
war.
Wirtschaftlich betrachtet zählt Bolivien zu den ärmsten Ländern
Südamerikas, obwohl es über bedeutende Erdgasvorkommen verfügt. Früher wurden im
Bergbau Zinn und Silber abgebaut, momentan liegt der Bergbau aber aufgrund der
gesunkenen Absatzpreise danieder. Unverändert hingegen ist der Koka-Anbau, der zu
den Hauptwirtschaftszweigen des Landes gehört.