Fast die Hälfte des südamerikanischen Kontinents wird von einem einzigen
Land beherrscht: Brasilien.
Es zählt mit seinen 8,5 Millionen km² zu den fünf größten Ländern der Welt und
hat aufgrund seiner Ausdehnung vier Zeitzonen. Es liegt im Nordosten von Südamerika
und grenzt mit Ausnahme von Ecuador und Chile an alle anderen Länder des Kontinents.
Portugiesische Seefahrer waren die ersten Europäer, die hier
landeten. Seither hat es eine wechselvolle Geschichte hinter sich, gehörte zwischendurch mal teilweise den Niederländern, aber
ansonsten bis 1889 zu Portugal. Danach war es eine Oligarchie, die durch Kaffee
zu Wohlstand kam. Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrtausends putschte das
Militär und regierte das Land bis 1985, heute ist es eine Republik mit einem
Präsidialsystem.
Das Land besteht je zur Hälfte aus Hochebenen und
Flachland. Klimatisch ist zwischen 0°C in Rio Grande und 30°C am Amazonas so ziemlich alles vertreten. Aufgrund der Größe zählt Brasilien zu den artenreichsten Ländern der Erde. Allein 2.500 verschiedene Baumarten im
Amazonasgebiet zeugen von der Artenvielfalt. Der größte Fluss der Erde ist der
Amazonas mit seinen knapp 7.000 km Länge. Am Paraná, an der Grenz zu Paraguay gelegen, ist am Itaipú-Stausee 1991 das größte Wasserkraftwerk der Welt in
Betrieb genommen worden. Mit knapp 85% lebt der Großteil der Bevölkerung
Brasiliens an der Ostküste des Landes.
São Paulo zählt dabei mit seinen
knapp 21 Millionen Einwohnern neben Rio de Janeiro mit 12 Millionen zu den größten
Städten des Landes, beziehungsweise des Kontinents. Seit 1960 ist Brasilia, eine auf dem Reissbrett entstandene Stadt, die Hauptstadt Brasilien. Der
höchste Berg Brasiliens ist mit 3.000 Metern der Pico da Neblina, während der nur
700 m hohe Corcovado, auf der die Erlöser-Statue auf Rio schaut, der berühmteste
ist.
Die Landessprache ist ein leicht abgewandeltes Portugiesisch,
englisch wird nur vereinzelt gesprochen, ebenso wie deutsch. Darüberhinaus gibt es
noch 180 Indianersprachen.
Wer in Brasilien Urlaub machen möchte hat die
Qual der Wahl bei Brasilien Reisen: Im Norden lockt der Amazonas mit seiner ganzen Pracht, ausserdem gibt es dort
etliche Nationalparks, in denen man Jaguare, Krokodile, aber auch Tapiere und
Seekühe beobachten kann. Im Nordosten ist der Lençois Maranhenses National Park
die einzige Wüste in der Welt, die über 1.000 Seen inmitten von weissen Dünen
aufweist. Im mittleren Westen lockt unter anderem der Chapada dos Guimarães-Park.
Zu den Sehenswürdigkeiten Brasiliens zählen sicherlich auch die
Iguaçu-Wasserfälle am Dreiländereck Argentinien-Brasilien-Praguay.
In
Brasilien soll angeblich soviel Eisen vorhanden sein, dass es noch für die nächsten
500 reicht. Darüberhinaus wird auch Erdöl gefördert, Bauxit abgebaut und Edelsteine
gefördert. Natürlich werden auch weiterhin noch Kaffee, Kakao und Zucker
exportiert. Auch Soja und Fleisch werden in nicht unerheblichen Mengen vor
allem in die USA transportiert. Der Tourismus als Einnahmequelle ist leider
noch nicht sehr entwickelt. Das hängt untere anderem damit zusammen, dass die
Infrastruktur dazu noch fehlt. Ausserdem sind Inlandsflüge relativ teuer, aber
aufgrund der Größe des Landes und der daraus folgenden riesigen Entfernungen
unerlässlich.