Ecuador ist nach neuerer Geschichtsschreibung zweimal unterworfen worden.
Erst von den Inkas Ende des 15. Jahrhunderts und kurz danach von den Spaniern,
deren Feldzüge mit Christoph Kolumbus Suche nach Indien starteten.
Ecuador ist seit 18212 von Spanien unabhängig und gehörte neben
Kolumbien und Venezuela bis 1830 zu Gran Colombia. Die Zeit danach ist gezeichnet
von Putschen und Bürgerkriegen. Zwischen 1830 und heute haben insgesamt 92
Präsidenten das Land regiert.
Ecuador liegt an der Westküste Südamerikas,
grenzt im Norden an Kolumbien und im Osten und Süden an Peru. Quer durch das Land
von Norden nach Süden verlaufen die Anden, die das Land in drei Regionen teilt,
nämlich in den Costa genannten Küstenbereich, in die Sierra genannte Andenregion und
in das Oriente genannte Amazonas-Tiefgebiet. Ausserdem gehören noch die 1.000
km weiter westlich gelegenen Galapagos-Inseln zu Ecuador. Guayaquil ist mit 3
Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes und liegt an der Südküste. Dort
herrscht ein tropisches Klima mit durchschnittlichen 25°C.
In der Sierra in
2850 m Höhe liegt Quito, die Hauptstadt des Landes mit ca. 1,4 Millionen Einwohnern.
Rund um Quito liegen drei aktive Vulkane, der letzte brach 2002 aus und deckte ganz
Quito mit Asche ein, sodass dort der Notstand ausgerufen werden musste. Obwohl
Quito am Äquator liegt, beträgt die Jahres-Durchschnittstemperatur lediglich 13 °C
mit kalten Nächten und warmen Tagen. Die koloniale Altstadt Alt-Quito ist die erste
Stadt gewesen, die 1978 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde.
Quito war einst eines der wichtigsten Städte der Inkas, die sie vor dem
Einmarsch der Spanier allerdings auch niedergebrannt hatten. 1534 wurde die Stadt
neu aufgebaut. Davon künden viele barocke Bauten aus jener Zeit. In Quito gibt
es seit 2005 ein Gondellift, der einen innerhalb von 10 Minuten auf 4.100 m Höhe
bringt. Die acht Kabinen fassen je sechs Personen und erlauben einen Rundumblick auf
die Andenlandschaft.
Da der Äquator, von dem der Staat seinen aus dem
spanischen stammenden Namen hat, ca. 20 km nördlich von Quito verläuft, gibt es dort
ein eigenes Bauwerk dafür, das „Monumento de la Mitad del Mundo“ . Die bis zu
70°C warmen Thermalquellen von Papallacta, 60 km östlich von Quito in über 3.000 m
Höhe sind ein weiterer touristischer Anlaufpunkt in Ecuador, genauso wie der höchste
noch aktive Vulkan der Welt, der Cotopaxi. Im Chimborazo Nationalpark liegt der
Chimborazo, der höchste nicht mehr aktive Vulkan in 5.000m Höhe.
Wer Lust
und Laune hat und es sich getraut, fährt von Riobamba aus mit der Andenbahn nach
Nariz de Diabolo und steigt während der Fahrt aufs Dach der Waggons. Die Aussicht
ist grandios. Die gemütliche Fahrt dauert allerdings auch sechs Stunden. Die
Galapagos-Inseln, bestehend aus ca. 60 Inseln, verteilt auf 7.500 Quadratkilometern,
sind aus Unterwasservulkanen entstanden, deshalb sieht man auch Lava und
Vulkanstein, wohin das Auge auch blickt. Aufgrund der Abgeschiedenheit der Inseln
sind zum Beispiel alle Reptilien, die hier leben, auch nur hier anzufinden. Auch die
Hälfte aller Vögel und ein Drittel aller Pflanzen findet man nur hier: Ein
einzigartiges Refugium, weshalb die UNESCO es auch zum Naturerbe der Menschheit
erklärt hat. Wirtschaftlich betrachtet gehört Ecuador zu den ärmsten Ländern
Lateinamerikas.
Über 50% der Wirtschaftsleistung wird durch den
Erdöl-Export erbracht. Ausserdem zählen auch Kakao, Kaffee, Bananen und Garnelen zu
den wichtigen Exportartikeln. Der Export von Schnittblumen, hier vor allem
Rosen, entwickelt sich immer mehr zu einem Exportschlager. Nicht zu vergessen der
aus feinem Stroh per Hand geflochtene Panama-Hut, der seit 1630 hergestellt und
exportiert wird. Ecuador hat seit 2000 keine eigene Währung mehr, stattdessen
haben sie die US-amerikanische Währung eingeführt.