5.August 1498: Christoph Kolumbus entdeckt auf seiner vierten Schiffs-Reise
das heutige Venezuela, obwohl er doch eigentlich auf der Suche nach einem Seeweg
nach Indien war.
Glaubt man der Geschichte, so sieht ein Jahr später der italienische Vermesser Vespucci ein Pfahldorf,
weshalb er dem Land den Namen Venezuela (Klein Venedig) gab.
Das Land ist seit dem 5.Juli 1811 unabhängig von Spanien und hat
sich erstmals 1830 nach dem Zerfall von Großkolumbien als eigenständiger Staat
gebildet. Venezuela liegt an der Nordküste von Südamerika. Im Westen grenzt Kolumbien, im Süden Brasilien und im Osten Guyana an. Obwohl am Äquator liegend, kann ein Land hinsichtlich der Landschaften
nicht gegensätzlicher sein: von schneebedeckten Bergen in den Anden über subtropische Regenwälder, Sümpfe im Orinoco-Delta, trockene Savannen und
Wüste, nahezu alle Landschaftsformen sind in diesem Land vertreten.
Knapp über 26 Millionen Einwohner zählt das Land, wovon allein ca. 5 Millionen
in der Hauptstadt Caracas samt seinem Speckgürtel wohnen. Die Amtssprache ist spanisch, darüber hinaus
gibt es noch viele indigene Sprachen, obwohl nur noch rund zwei Prozent der
Bevölkerung indianischer Abstammung sind. Südlich des Maracaibo-Sees in den
Anden, im äußersten Westen des Landes, befindet sich der Pico Bolívar. Er ist mit
seinen knapp 5.000 Metern der höchste Berg Venezuelas. Im Landesinneren zählt der
Nationalpark Canaima zu den besonderen Attraktionen. Dort kann man unter anderen den
Salto del Angel besuchen, der mit über 900 Metern höchste Wasserfall der Welt. Die
Niagarafälle zum Vergleich sind gerademal 52 Meter niedrig. Und wer auf der Suche
nach Indianerstämmen und exotischen Tieren in nahezu unberührter Natur ist, dem sei der Bundesstaat Amazonas ans Herz
gelegt. Auf einer Fläche von 180.000 km² leben dort gerade mal 70.000 Menschen.
Die Seilbahn, die dort bis knapp unter die Spitze führt, zählt sich zu den
höchsten der Welt.
Die über 3.000 km lange Karibikküste mit ihren 300
Inseln zählt zu den begehrten Urlaubsgebieten des Landes. Dabei sticht die Isla
Margarita mit ihrer Hauptstadt Porlamar besonders hervor. Mangrovendschungel,
Flamingos, Pelikane, Ibisse und Seepferdchen im Wasser und dazu noch feinster
Muschelkalkstrand bei herrlichem Klima mit Temperaturen, die nie unter 28° Celsius
fallen und täglich über acht Stunden Sonnenschein.
Salto del Angel - Wunderwerk der Natur
Der Export von Erdöl, das unter dem Ostufer des Maracaibo-See lagert, macht
mittlerweile die Hälfte der Staatseinnahmen aus. Der Hauptabnehmer des Erdöls ist
die politisch verfeindete USA.
Wunderschöne Augenblicke erleben..
Venezuela ist ein Gründungsmitglied der OPEC und hat,
da es sich auf dem Weg zum Sozialismus befindet, in einem ersten Schritt
mittlerweile die gesamte Erdölindustrie verstaatlicht. Eine weiterer wichtiger
Industriezweig ist aufgrund der großen Vorräte an Eisen und Eisenerzen die
Stahlindustrie. Auch der Tourismus nimmt wirtschaftlich betrachtet eine immer
größere Rolle ein.