Brasilia ist 870 km entfernt von São Paulo, 930 km von Rio de Janeiro und
1.650 km von Recife, mitten auf einem Hochplateau liegt Brasilia.
Entstanden auf dem Reissbrett der Architekten Oscar Niemeyer und Lucio Costa
wurde die Stadt 1956 aus dem Nichts errichtet und am 22.04.1960 offiziell
eingeweiht. Dass die Hauptstadt einmal dort sein würde, wurde schon 70 Jahre zuvor
in die brasilianische Verfassung geschrieben.
Betrachtet man die Stadt aus der Vogelperspektive, fällt einem die
ungewöhnliche Form auf. Wie ein Flugzeug sieht die Stadt aus, ist rund 5 km lang und
an den "Flügeln" ca. 13 km breit. In der "Kanzel" der Stadt befinden sich die
Regierungsgebäude, in den Flügeln wohnen die Menschen und im Rumpf befinden sich
öffentliche Gebäude, Kirchen und Theater.
Aussergewöhnlich ist auch, dass
es keine Industrieansiedlung dort gibt, die meisten Menschen sind in der Verwaltung
angestellt. 1992 hat man mit dem Bau einer U-Bahn begonnen. Das netz ist 31 km lang
und besteht aus zwei Linien, eingeweiht wurde die Bahn im Jahre 2001, gebaut wird
allerdings noch immer.
Auf dem Fernsehturm Torre de Televisão in 220 m
Höhe hat man einen schönen Überblick über die Stadt. Geöffnet ist er von 8 bis 20
Uhr. Im Funkturm selber befindet sich auch das Nationalmuseum. Sehenswert ist
auch die Kathedrale, ein weiteres Werk Niemeyers. Brasilia steht seit 1987 auf der
Liste der UNESCO als Weltkulturerbe. Als Lucio Costa 1998 starb, gab es in Brasilien
eine dreitägige Staatstrauer.