Welche Hauptstadt kann schon von sich behaupten, in das Weltkulturerbe der
UNESCO aufgenommen worden zu sein?
Nun, Sucre kann das seit 1991. 400 km von La Paz entfernt, liegt Sucre auf
2.800 m Höhe und gehört mit zu den besterhaltenden Kolonialstädten Südamerikas. 1538
als Villa de la Plata gegründet, wurde die Stadt nach spanischen Vorbild erbaut.
Die Kathedrale der Stadt, die zu den ältesten Südamerikas gehört,
wurde von 1550 bis 1712 gebaut, die Kirche Le Merced um 1558. 1601 entstand das
Kloster La Recoleta, das 1965 zum Nationalmonument erklärt wurde. Sucre ist seit
1624 eine Universitätsstadt, damals wurde die San Franscisco Xavier-Uni gegründet.
Am 09.02.1925 verkündete der General Antionie José de Sucre hier die
Gründung der Republik Bolivien. Ihm zu Ehren wurde dann die Stadt im August
desselben Jahres umbenannt. Seit 1828 ist Sucre die Hauptstadt Boliviens, auch wenn
die Regierung 70 Jahre später ihren Sitz nach La Paz verlegte.
Zu den
Sehenswürdigkeiten der 200.000-Einwohnerstadt zählt das Haus der Freiheit "Casa de
la Libertad", das Gebäude, in dem 1825 die Unabhängigkeit Boliviens unterzeichnet
wurde. Heute dient es als Museum mit allerhand Dokumenten aus jener Zeit. Auch
das Franziskaner-Kloster La Recoleta etwas oberhalb der Stadt mit seiner
restaurierten Kapelle aus Holz existiert noch immer und kann besichtigt werden. Von
dort aus hat man einen herrlichen Blick über Sucre.
Die Stadt beherbergt
insgesamt sechs verschiedene Museen. Neben dem schon erwähnten Casa de la Libertad
gibt es noch das ethnografische Textilmuseum, das Recoleta, das Santa Clara mit
Gemälden und Musikinstrumenten, u.a. die älteste Kirchenorgel Boliviens aus 1664,
das Tangatanga und das Uni-Museum. Der schönste Park Sucres ist gleichzeitig auch
der Zentralfriedhof, dort gibt es interessante Mausoleen reicher Familien zu
betrachten