Die wenigsten Menschen der Welt waren je im Regenwald von Südamerika und
dennoch sind fast alle von ihm fasziniert.
Hohe Temperaturen, noch höhere Luftfeuchtigkeit und Bäume, die bis zu 60 m hoch
werden kennzeichnen den Regenwald. Die Bilder von der Artenvielfalt, die wir kennen,
sind aber auch nahezu berauschend. Nach vorsichtigen Schätzungen leben dort ca. 40
Millionen verschiedene Tiere und Pflanzen.
Diese Zentren der Artenvielfalt bezeichnet man international als
"hot spots". Die meisten hot spots der Welt gibt es in den Regenwäldern. Wer hätte
anderes vermutet? Dies ist ein Phänomen, dass sich so ohne weiteres nicht
erklären lässt. Es hängt wohl mit der Temperatur und der Niederschlagsmenge der
Region zusammen. Beides trifft auf den Regenwald Südamerikas zu. Der Regenwald in
Südamerika macht vor Ländergrenzen nicht halt. Kolumbien, Venezuela, Guyana, Suriname, Französisch Guyana, Brasilien, Peru, Bolivien, ja sogar in Argentinien gibt es ihn.
Das Amazonasbecken mit seinen rund 2 Millionen km² ist
der größte zusammenhängende Regenwald weltweit. Der Amazonas ist darüber hinaus mit
seinen rund 6.500 km ja auch als längster Fluß in Südamerika bekannt. Die
meisten Tiere in einem Regenwald leben übrigens nicht am Boden, sondern halten sich
im Bereich der Baumkronen auf.
Da der Regenwald insgesamt als Lunge der
Erde gilt, liegt es nahe, dass allen daran gelegen ist, dass es dem Regenwald gut
geht. Leider stehen dem aber zunehmend wirtschaftliche Interessen entgegen. Ob nun
Rodungen stattfinden, um dort Plantagen mit Monokulturen zu errichten oder Bäume wie
Mahagoni oder Palisander gefällt werden, die angerichteten Schäden sind immens und
leider nicht mehr umkehrbar. Dies hat zahlreiche Organisationen weltweit auf
den Plan gerufen, den Regenwald schützen zu wollen. Ob via Spenden, um bedrohte
Gebiete zu kaufen um dadurch den Raubbau zu verhindern, oder durch politische
Eingaben bei den jeweiligen Länderregierungen, damit diese möglichst viele Bereiche
unter Naturschutz stellen, es gibt viele Möglichkeiten, etwas gegen den Raubbau an
der Natur zu tun.